Köln - mal wieder Medienversagen?

In Köln sind in der Silvesternacht viele Frauen sexuell belästigt, bedrängt und beklaut worden. Richtig groß wurde das Thema erst vier Tage später. Warum?

Foto von pixabay.com, Didgeman
Foto von pixabay.com, Didgeman

Rund um den Kölner Hauptbahnhof hat es in der Silvesternacht Übergriffe auf Frauen gegeben, auch in Hamburg gibt es mehrere Anzeigen. Die Schilderungen von Betroffenen und Zeugen sind dramatisch.

 

 

Natürlich kommt die Frage auf, warum erst jetzt, vier Tage später, darüber berichtet wird. Vorwürfe an die Medien gibt es zum Beispiel bei Facebook und Twitter. Gerne geht es in die Richtung, dass nicht sein kann, was nicht sein darf. Die Medien hätten das Thema verschwiegen, weil Ausländer die Tatverdächtigen sind. Dass sie nun darüber berichten, ist dabei natürlich kein Gegenargument. Im Zweifel ist es der Umfang der Berichterstattung, der kritisiert wird.

 

So haben die Medien berichtet

 

Lokale Medien haben sich schon seit dem 1.1. mit den Fällen beschäftigt. Zunächst wurden mehrere Frauen von unbekannten Männern belästigt, ab 2.1. waren knapp 30 Anzeigen bei der Polizei. Am 4.1. waren es dann insgesamt etwa 60 Anzeigen, davon ein Viertel (also 15) wegen sexueller Übergriffe. Auch überregionale Medien haben das Thema aufgegriffen. Das Thema bekam mehr Aufmerksamkeit, je größer die Zahl der Anzeigen wurde. Auch die Schilderungen von Zeugen, Polizei und Polizeigewerkschaft über das Ausmaß der Übergriffe hat dabei eine wichtige Rolle gespielt.

 

Da bei Facebook und Twitter mitunter das Münchener Oktoberfest zum Vergleich herangezogen wurde, hier die Zahl: Beim vergangenen Oktoberfest gab es 20 Anzeigen wegen Sexualdelikten. In beiden Fällen geht die Polizei davon aus, dass sich viele Opfer nicht gemeldet haben.

 

So hat die Polizei das Thema dargestellt

 

Wurde über die Angriffe nicht ausreichend berichtet? Die Medien sind bei solchen Themen immer auf die Informationen der Polizei angewiesen. Nur sie hat den Überblick, wie viele Anzeigen oder Vorkommnisse es gab. Die allgemeinen Lageberichte sind für die Presse dagegen nicht zugänglich. Und in den offiziellen Pressemitteilungen der Polizei heißt es am 1.1:

 

"Wie im Vorjahr verliefen die meisten Silvesterfeierlichkeiten auf den Rheinbrücken, in der Kölner Innenstadt und in Leverkusen friedlich. Die Polizisten schritten hauptsächlich bei Körperverletzungsdelikten und Ruhestörungen ein."

 

Im Laufe des Neujahrtages haben sich dann mehrere Frauen bei der Polizei gemeldet, es gibt etwa 30 Betroffene. Eine Sonderkommission wird gegründet. In einer Pressemitteilung am Abend des 2.1. schildert die Polizei die Abläufe rund um den Dom so:

 

"Die Verdächtigen versuchten durch gezieltes Anfassen der Frauen von der eigentlichen Tat abzulenken - dem Diebstahl von Wertgegenständen. Insbesondere Geldbörsen und Mobiltelefone wurden entwendet. In einigen Fällen gingen die Männer jedoch weiter und berührten die meist von auswärts kommenden Frauen unsittlich."

 

Auch für die Polizei hat sich das Thema entwickelt. Die Zahl der Anzeigen wuchs mit jedem Tag. Augenzeugenberichte bei Facebook sind zwar ein guter Anfang für eine Recherche, mehr aber auch nicht. Wenn mehrere Leute dort von vielen schlimmen Szenen berichten, die Polizei aber nur einzelne Fälle bestätigen kann, ist für die Medien Zurückhaltung geboten. Sie können von einzelnen Fällen berichten, von überregionaler Bedeutung ist das Thema dann aber nicht. Die bekommt es erst durch die Dimension der Übergriffe.

 

Herkunft der Tatverdächtigen nennen oder nicht?

 

Wie immer, wenn Ausländer oder Migranten Straftaten begehen, wird auch das

wieder diskutiert. Im Pressekodex heißt es dazu:

 

"In der Berichterstattung über Straftaten wird die Zugehörigkeit der Verdächtigen oder Täter zu religiösen, ethnischen oder anderen Minderheiten nur dann erwähnt, wenn für das Verständnis des berichteten Vorgangs ein begründbarer Sachbezug besteht.
Besonders ist zu beachten, dass die Erwähnung Vorurteile gegenüber Minderheiten schüren könnte."

 

Die Frage, ob ein "begründbarer Sachbezug" besteht, mag jeder für sich beantworten. Für beide Seiten lassen sich Argumente finden. (Und die Aussage, dass bei Facebook sowieso steht, wer es gewesen sein soll, gehört ganz sicher nicht dazu.) Wenn ein Journalist der Meinung ist, dass es diesen Zusammenhang nicht gibt, wünsche ich mir für diese Entscheidung aber Respekt. Sie hat nichts mit Vertuschen zu tun.

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Kommentare: 20
  • #1

    Ernst Hagen (Dienstag, 05 Januar 2016 16:20)

    "Die Verdächtigen versuchten durch gezieltes Anfassen der Frauen von der eigentlichen Tat abzulenken - dem Diebstahl von Wertgegenständen. Insbesondere Geldbörsen und Mobiltelefone wurden entwendet. In einigen Fällen gingen die Männer jedoch weiter und berührten die meist von auswärts kommenden Frauen unsittlich."
    Danke für die Zusammenfassung.
    Was mich bei der Stellungnahme der Polizei ärgert ist die Formulierung "eigentliche Tat". Dies vor dem Hintergrund, dass es sich bei der sexuellen Nötigung um ein Verbrechen, d.h. eine Straftat mit einem Mindeststrafmaß von einem Jahr Freiheitsstrafe, handelt aber der Diebstahl lediglich ein Vergehen darstellt.

  • #2

    jj preston (Dienstag, 05 Januar 2016 16:59)

    @Ernst Hagen

    Die Formulierung hat dennoch den Hintergrund, dass nicht die sexuelle Nötigung das Ziel war, sondern der Diebstahl.
    Abgesehen davon braucht es noch die Abgrenzung zur Beleidigung, die ebenfalls ein Vergehen darstellt. Immerhin muss in jedem Einzelfall ermittelt werden, ob die Beleidigung/sexuelle Nötigung im Gedränge stattfand oder herbeigeführt wurde (dann allerdings könnte auch ein besonders schwerer Fall des Diebstahls - § 243 StGB - vorliegen, da er bandenmäßig und damit gewerblich durchgeführt worden wäre, mit einer Mindesthaftstrafe von 3 Monaten bis zu zehn Jahren).

    Insofern ist die Formulierung richtig.

  • #3

    MaxX (Dienstag, 05 Januar 2016 21:24)

    Sexuelle Nötigung ist eine Straftat, ein einfacher Diebstahl "lediglich" ein Vergehen? Ein Jurist sieht das sicher anders ;)
    Allerdings ist "Sexuelle Nötigung" eine höher bewertete Straftat, nämlich ein Verbrechen.

    Allerdings ist eine Frau unsittlich zu berühren keine sexuelle Nötigung (vgl. § 177 StGB) und damit auch kein Verbrechen.

  • #4

    WeißerRiese (Dienstag, 05 Januar 2016 23:22)

    Zitat:"Allerdings ist eine Frau unsittlich zu berühren keine sexuelle Nötigung (vgl. § 177 StGB) und damit auch kein Verbrechen."

    Stammt dieser Paragraph aus der Kreidezeit?
    Der gehört dringend überarbeitet! Und wie steht es umgekehrt? Gilt das "nur" für Frauen? *Kopfnuss*

  • #5

    austrionaut (Mittwoch, 06 Januar 2016 00:52)

    MERKEL UND IHR PUDEL haben uns das eingebrockt;was verschwiegen werden muss ! Es passiert nicht zufällig,die verdienen dran,stellen sich nur dumm,werden aber GEWINN machen ! Da ist unsere Sicherheit für solche Personen unwichtig ! Und jetzt bringen wir den europäischen Frauen die notwendigen VERHALTENSREGELN bei,damit sie am ende nicht SELBST SCHULD sind ! ? WER WÄHLT SOWAS ?

  • #6

    Erinnerung (Mittwoch, 06 Januar 2016 01:08)

    Die sogenannte sexuelle Denunziation hat in Deutschland eine ungute Geschichte - auch wenn das Tagesgeschehen alles überstrahlt, sollte man trotzdem ab und an das Ohr auf die Schiene der Geschichte legen, dann kann man hören, was da auf uns zukommt. Wehret den Anfängen !

  • #7

    mac4ever (Mittwoch, 06 Januar 2016 14:24)

    http://www.spiegel.de/forum/politik/medien-und-fluechtlinge-erziehungs-journalismus-thread-402662-8.html#postbit_39095785

    Das hat jemand, offenbar ein Mitarbeiter des rbb, gestern zu diesem Thema in SPON gepostet - sehr erhellend.

    Wenn Medien UND Polizei derselben political correctness, dieser Seuche des Informationszeitalters, unterliegen, kann die 4. Gewalt nidjt funktionieren - die Medien können ihren Teil,der Verantwortung aber nixht einfach auf die Polizei abschieben:

    Was ist mit den geleakten Interna, daß die Statistiken geschönt werden?

    Gibt es interne Dienstanweisungen, bestimmte Delikte wie z.B. Eigentumsdelikte und Kleinkriminalität im Umfeld von Asylbewerberunterkünften, nicht mehr aufzunehmen? Das würde nämlich die "statistische Unauffälligkeit" dieser Bereiche trotz anderslautender Betroffenenberichte erklären.

    Darum sollten sich die Medien kümmern, statt Meinung und Information schon in der Wortwahl zu verquicken und Themen nach Belieben hoch- oder herunterzuspielen!

  • #8

    Michael Draeger (Mittwoch, 06 Januar 2016 16:19)

    Hallo mac4ever,
    Ich weiß nicht, warum Sie glauben, dass das ein rbb Mitarbeiter war. Auch Ihre geleakten Interna kenne ich nicht. Woher haben Sie diese Information? Ich kenne solche Vorwürfe aus Leipzig, und da ist nichts dran. Ist Ihnen bekannt, dass seit dem 1.1. Beamte in einer Strafanzeige ankreuzen können, ob es sich bei dem mutmaßlichen Täter um einen Flüchtling handelt? Würde man kaum machen, wenn man geschönte Statistiken möchte.

  • #9

    mac4ever (Donnerstag, 07 Januar 2016 02:08)

    1.) Weil er sich so bezeichnet. Das Posting wirkt durchaus glaubwürdig. Der Mann ist weder verbittert, noch übermäßig emotional beteiligt. Da hat jemand etwas erlebt, sich geärgert und will das in einem Forum loswerden - so ist es ja meistens. Aufgrund des Duktus des gesamten Postings halte ich die Wahrscheinlichkeit, daß das Ganze erfunden ist, er also entgegen eigener Aussage kein rbb-Mitarbeiter ist, für gering. Der Mann plaudert aus dem Nähkästchen.

    2.) Ich habe diese Meinungsäußerungen nicht gesammelt. Ich lese meistens in Foren, und diese lassen sich nicht googeln. Sie entgehen also auch der journlistischen, meist unter Zeitdruck stehenden Recherche leicht. Aber es gibt diese Stimmen, oft mit konkreten Einzelheiten.

    3.) Das wäre ein Anfang. Alllerdings betrifft das nur aufgeklärte Straftaten, und die Aufklärungsrate ist gerade bei den Eigentumsdelikten sehr gering. Wenn plötzlich Diebstähle zunehmen und in der Nähe eine Asylbewerberunterkunft liegt, beweist das noch immer keinen konkreten Einzelfall. Den Leuten vor Ort hilft das nicht, die fühlen sich alleingelassen.

    Aber ich kann hier mal etwas Konkretes aus meinem eigenen Nähkästchen berichten. Aus beruflichen Gründen hatte ich mittelbar im Laufe der Jahre mit über 1000 Gerichtsverfahren zu tun. Es ging um Menschen, die um Rente, MdE, GdB, Merkzeichen vor Sozialgerichten streiten. Etwa 10% davon waren Überfallopfer und die Schilderungen der Überfälle habe ich alle gelesen. Betroffen waren Sparkassenangestellte, Wachleute, Verkäuferinnen, Taxifahrer. Fast alle (!) der Betroffenen berichteten von "südländisch aussehenden Tätern" o.ä. und entwickelten nicht selten Ängste vor Migranten. Aus dieser Erfahrung heraus traue ich z.B. den Statistiken nicht mehr. Auch die Medien haben jahrelang in Abrede gestellt, daß der "Ausländeranteil" bei betimmten Delikten signifikant über dem liegt, was die Statistik aussagt. Denn die hier lebenden Migranten haben ja meist deutsche Pässe. Man muß das also nicht Lüge nennen, aber tendenziöse Verschleierung.

    Die Polizeigewerkschaft warnt inzwiwchen davor, daß krminelle Clans ausländischer Herkunft Stadtteile in deutschen Großstädten beherrschen. Das nun wiederum läßt sich leicht googeln.

    Im Übrigen halte ich diese "Ankreuz"-Entscheidung für nicht sehr relevant. Die wirklichen Probleme mit den gegenwärtigen Flüchtlingen kommen erst in der nächsten oder übernächsten Generation, wenn sich die Parallelgesellschaften weiter verfestigen und der Großteil der Angekommenen sich im untersten Teil der Gesellschaft wiederfindet.

  • #10

    Michael Draeger (Donnerstag, 07 Januar 2016 09:41)

    Danke für Ihre ausführliche Antwort.

    Ich kenne den rbb nicht von innen, und weiß daher auch nicht, wie es dort um den internen Meinungsaustausch und die Kritikkultur bestellt ist. In allen Redaktionen, in denen ich bisher gearbeitet habe, gab es stets einen regen Meinungsaustausch. Auch mit Kollegen, die Dinge anders sehen. Ich hatte bei den meisten Redaktionen nicht den Eindruck, dass es an Selbstkritik mangelt.
    Generell beschäftigen sich die Medien derzeit mal wieder intensiv mit sich selbst. Mittlerweile fast im Monatstakt.

    Was mich an der Aussage allerdings wundert ist, dass die Person davon ausgeht, dass die meisten Journalisten die Journalistenschulen in Hamburg und München besucht haben. Alle öffentlich-rechtlichen Sender - und auch private Medien - bilden selbst Journalisten aus. Die meisten Journalisten haben so ein Redaktionsvolontariat absolviert.
    Ist die Sozialisation der meisten Journalisten ähnlich? Sie haben in der Regel zumindest studiert. Die Elternhäuser sind - dort, wo ich es einschätzen kann - recht verschieden. Vielleicht nicht verschieden genug - womit wir bei der Frage wären, warum "Arbeiterkinder" seltener studieren als andere.

    Was das die Strafanzeigen angeht sehe ich das anders. Die polizeiliche Kriminalstatistik erfasst nicht nur aufgeklärte, sondern alle polizeilich registrierten Straftaten. Und dabei wird in Zukunft ausgewiesen werden können, wie oft Flüchtlinge zu den Tatverdächtigen gehören. Korrigieren Sie mich bitte, wenn ich mich da irre.

    Ihre Kritik an den polizeilichen Kriminalstatistiken kann ich nachvollziehen. Auch, dass man nach einen Überfall Ängste entwickelt. Interessanterweise gibt es aber Untersuchungen, die den Medien vorwerfen, ein falsches Bild vom gefährlichen Ausländer zu zeichnen. Da heißt es zum Beispiel: "Dabei kann, anders als mitunter dargestellt, von einer Tabuisierung des Themas keine Rede sein. (...) Berichte über Straftaten vonMigranten(-nachkommen) spielen dabei als Teil eines allgemeinen 'Ghettodiskurses' eine wesentliche Rolle" (https://mediendienst-integration.de/fileadmin/Dateien/Gutachten_Kriminalitaet_Migration_Walburg.pdf) Diese Untersuchung verneint im übrigen - im Hinblick auf Jugendliche - dass Nachkommen von Migranten häufiger straffällig werden als Nachkommen von gebürtigen Deutschen.

    Ihr Beispiel, dass die Polizeigewerkschaft vor Clans und deren Einfluss warnt (und das nicht erst seit Köln, auch wenn die DPA zufälligerweise - weil bereits vorher geplant - einen Tag danach mehrere Artikel dazu veröffentlicht hat) zeigt ja, dass das Thema nicht verschwiegen wird.

    Zu Ihrem letzten Punkt: Ich glaube auch, dass diese Gefahr droht. Entscheidend ist aber nicht die Herkunft, sondern der "soziale Status". Wir sollten alles dafür tun, dass Menschen Ausbildung, Arbeit und eine Chance haben. Und die werden die allermeisten Menschen nutzen wollen.

  • #11

    mac4ever (Donnerstag, 07 Januar 2016 20:47)

    Teil 1:

    Ich bin froh, daß hier eine sachliche Diskussion zustande kommt. Ich schreibe viel bei SPON, wobei zu Reizthemen die meisten Beiträge blockiert werden, obwohl ich niemanden beleidige und auch nicht hetze. Auch bin ich politisch stark interessiert, aber heimatlos und kann mich bei keiner Partei wiederfinden. Sozialpolitisch und wirtschaftspolitisch stehe ich der Linken nahe, bildungspolitisch der CDU (habe selbst unterrichtet), umweltpoitisch den Grünen (deren Mitglied ich vor langer Zeit war, aber deren nach meiner Meinung nach unrealistisch idealistisch-extreme Basis hat mich dort vertrieben). Grundsätzlich kann ich mit jeder abweichenden Meinung gut leben, wenn sie realistisch ist. Dabei hat aber jede Partei ihre blinden Flecken, an denen sie die Realität nur verzerrt und eigeninteressenbelastet und feindbildklischeehaft wahrnimmt. So hat die Linke kein realistisches Verhältnis zum Geschäftsleben, die SPD blendet die nicjt gewerkschaftlich orientierten Arbeitslosen und prekären Freiberufler aus, die CDU hat keinen Begriff der Brisanz der sozialen Frage und die FDP - die blendet eigentlich alles aus (der Seitenhieb mußte jetzt mal raus).

    Das ist jetzt noch kein Beitrag zur Diskussion,mich lasse es aber trotzdem mal stehen. Ich will auch nicht den Fehler machen, Ihre beschreibungen der Medien infrage zu stellen (das tun Sie ja auch nicht). Ich habe in meinem (bereits langen) Leben lernen müssen, wie weitgehend Sozialer Hintergrund und eigene Erlebnisse und Erfahrungen die politische Haltung beeinflussen. Und mehr als das: die geaamte Rezeption der Wirklichkeit, die Wertungsfilter für jedes Ereignis, das von der Psyche integriert, negiert, als relevant oder irrelevant bewertet wird.

    Ich werde also Ihre Darstellung der Medieninterna nicht in Zweifel ziehen, sie haben Ihre Erfahrungen, warum sollte ich diese abwerten. Ich hatte nur bis zur Wende intensiver mit Medien zu tun, später nicht mehr.

    Allerdings erinnert mich die Schilderung zu 100% an das Duckmäusertum in den DDR-Medien vor der Wende, möglicherweise hat sich da etwas erhalten. Aber vielleicht liege ich da auch vollkommen falsch.

    Teil 2:

    Zum letzten Absatz: Die Herkunft (und Prägung) beeinflußt auf eine Weise, die für den Einzelnen nicht transparent ist. Auch ich dachte, oppositionell eigestellt und westaffin, daß ich nach der Wende schnell "westlich" werden würde. Ich kam aus dem Bildungsbürgertum, hatte eine sehr gute Ausbildung, hatte große Schwierigkeiten mit der Mentalität in der proletarischen DDR zurecht zu kommen - die Bundesrepublik war dagegen bürgerlich geprägt. Dann stellte sich heraus, daß ich (bis heute) stärker "östlich" geprägt bin, als ich es je für möglich gehalten hätte. Die Prägungen waren so stark, weil sie sozusagen unsichtbar für den Einzelnen sind. Erst mit den nachwachsenden Generationen (ich bin schon Rentner) gleicht sich das langsam an.

    Aber ich stimme darin zu: Der soziale Status ist trotzdem das entscheidendere Moment.

    Zu den Clans: es gibt immer wieder den Widerspruch: in teils regelrecht reißerisch aufgemachten Artikeln (Einschaltquote, Clickbaiting!) werden diese Zustände skandalisierend publiziert.
    Mit den Schlußfolgerungen daraus, nämlich daß er solche Zustände nicht will, wird der Bürger dann aber allein gelassen. Da ist er dann plötzlich ein Ausländerfeind, wenn er, nixht zuletzt aufgrund dieser berichtet, feststellt, dass die Integration flächendeckend in Europa größtenteils mißlungen ist.

    Und im nächsten Moment dann der Gegensatz: ein Politiker macht eine flapsige Bemerkung und die ganze Republik schreit: Sexismus! Werden viel schlimmere Delikte (Köln) dagegen von Migrantengruppen begangen, schweigen die großen öffentlich rchtlichen Anstalten und SPON, es bedarf erst der Lokalpresse und des Internets - dann war es plötzlich ein Thema. Aber die Sorge der genannten Medien galt nicht etwa in erster Linie den betroffenen Opfern, sondern der Tatsache "daß die Flüchtlinge unter Generalverdacht gestellt" werden könnten.

  • #12

    mac4ever (Donnerstag, 07 Januar 2016 20:50)

    Teil 3:

    Sorry, gehts noch? Das tun nicht mal die Pegidisten - man lese deren Thesen. Aber damit hat sich kein einziges "Leitmedium" ernsthaft auseinandergesetzt. (-->)

    [Schreibe ich auf SPON derzeit auch nur das Wort "Pegida", wird der Beitrag geblockt. Zu deren Hochzeiten vor etwa einem Jahr, als ich mich nur für eine sachliche Diskussion einsetzte, wurden 9 von 10 meiner Beiträge geblockt. Das machen die Autoren, wie ich leidvoll mitbekam, übrigens selbst, am schlimmsten sind Dietz und Lobo, der junge Augstein dagegen ist relativ tolerant. Die stellvertretende Chefredakteurin Hans hat gestern zwar auch einen ziemlich verschwurbelten, relativierenden, "politisch korrekten" Artikel geschrieben, aber offenbar im Forum sehr wenig geblockt. Und da gab es einen gewaltigen und durchaus eloquenten (nicht pöbelnden) Gegenwind. Das muß man ihr immerhin zugute halten.]

    (-->) Das ist dann die Stelle, wo mir die Hutschnur reißt. Es hat Jahre gedauert, bis "Parallelgesellschaften" als Tatsache anerkannt wurden, man erinnere sich noch an die vehemente Ablehnung der "Leitkultur" -These dabei ist klar erkennbar, daß die Übergriffe eben auch etwas mit der moslemischen Nicht-Gleichberechtigung und Abwertung von Frauen zu tun haben (es gab nämlich während des arabischen Frühlings auf dem Kairoer Tahir-Platz Ähnliches - nie jedoch in westlichen Ländern).
    Mit dem Weiterbestehen von Wertmaßstäben aus den Ursprungskulturen also, die hierzulande aus gutem Grund nicht kompatibel sind. Und die eben kein Ergebnis "deutscher Diskriminierung" oder sozialer Ungerechtigkeit (die es auch gibt, siehe die ostdeutsche Generation, die "im Orkus verschwand - meine nämlich) ist. (Die älteren Ingenieure der abgewickelten DDR-Industrie sind zu Zehntausenden in die Arbeitslosigkeit und in prekäre Verhältnisse gegangen, kaum einer ist kriminell geworden....Aber das ist ein Tabu der PC).

    Und ich bin nicht nur deshalb entschieden gegen eine Massenimmigration aus moslemischen Ländern, nicht wegen des moslemischen Glaubens, sondern wegen der dort vorhandenen Gesellschaftsstrukturen, Prägungen und Wertmaßstäbe - von der Abwertung der Frauen über Schleiernötigung bis zum latenten Antisemitismus. Ich gehe jeden hart an, der mich deswegen in eine rechte Ecke stellt, in die ich nicht gehöre.

    Denn die Prägungen der "Schutzsuchenden" (waren die nordafrikanischen und arabischen Gewalttäter von Köln nicht auch einst "Schutzsuchende"?) werden ebensowenig an der Grenze ausgetauscht wie meine ostdeutschen.

    Überhaupt: Sprachregelungen der PC. Hier soll Wirklichkeit durch Euphemismen schöngelogen werden. Und alle Leitmedien machen mit. Das nimmt schon mobbingmäßige Formen an. "Nixht alles war schlecht unter Hitler" sagte Eva Herrmann einst. Das kostete sie die Karriere. Lächerlich! Ich war ein entschiedener Gegener des DDR-Regimes. Ich sage: "Niicht alles war schlecht in der DDR" Und nun? Selbstverständlich stimmen beide Aussagen! Es waren die Lebensleistungen der damals lebenden Menschen, die ehrlich und mit teils großem Einsatz gearbeitet haben, in der Nazi-Diktatur wie in der DDR-Diktatur beispielsweise.

    Und es zählt nicht die "schlechte Absicht" - beispielsweise die Jugend unter Kontrolle zu halten. Sondern die Wirkung. Wußte schon Goethe. Mephisto im "Faust": "...ich bin ein Teil von jener Kraft, die Böses will und Gutes schafft..."

    In der DDR gab es 6000 Jugendclubs, die nach der Wende abgeickelt wurden. Paßten wohl nicht in die Machtstrukturen des Westsystems. Dabei haben die Jugendlichen in den wichtigen, schwierigen Pubertätsjahren Orientierung, Sinn und Beschäftigung und z.B. auch Begegnungen mit Künstlern (es gab eine lebendige Kulturszene rund um die Jugendclubs) beispielsweise gefunden, etwas was nach der Wende bitter fehlte und die rechtsradikalen Auswüchse im Osten zumindest hätte stark mildern können!

    Die Jugendclubs waren gut im Osten. Und noch manches mehr. Ich weiß es, ich habe 39 Jahre, davon 28 hinter der Mauer, in der DDR gelebt. Und ich weiß, was ich dort getan habe.

    Ich könnte noch stundenlang schreiben, mache aber erst mal Schluß. Muß noch ein bißchen arbeiten...

  • #13

    mac4ever (Donnerstag, 07 Januar 2016 21:14)

    Eine Bemerkung noch: nach mehreren glaubwürdigen Quellen sind etwa 85 % der jugendlichen Intensivtäter in deutschen Großstädten Migranten. Es gibt dazu mehrere Quellen, Aussagen von Richtern und Statistiken, die man googeln kann.

    Migranten stellen aber einen wesentlich geringeren Anteil an der Gesamtbevölkerung dar.
    Dann müßten aber logischerweise die Nicht-Intensivtäter signifikant prozentual bei den Migranten unter dem Durchschnittswert aller Einwohner liegen, damit die Parität noch erhalten bleibt, wie sie von der von Ihnen angeführten Untersuchung behauptet wird.

    Das ist aber extrem unwahrscheinlich.

    Also halte ich diese Untersuchungen, nach denen der Kriminalitätsrate bei den Nachgeborenen von Migranten nicht erhöht sei, für, gelinde gesagt, Gesundbeterei.

  • #14

    Thomas (Samstag, 09 Januar 2016 23:49)

    Ich bin ein objektiver Bürger der sich alles erst mal aus der Ferne ansieht. Ich gebe der Polizei keine Schuld, aus dem einfachen Grund weil sie gegen große Menschenmassen keine Chance hat. In den letzten Jahren wurden so viele Stellen einfach wegrationalisiert. Vor 20 Jahren sagte mir ein Polizist sie würden alle rechts wählen und ich fragte warum. Ganz einfach ich nehme die Täter fest, 5 Minuten später kommen sie lächelnd aus der Wache und zeigen mir den Stinkefinger. Ich habe damals gelächelt und mir meinen Teil gedacht. Heute denke ich, Deutschland ist nicht mehr Deutschland. Was ist aus dem Grundgesetz geworden, auf jedem Fall wird unser Recht auf Freiheit schon stark beschnitten wenn man Tagsüber Angst haben muss überfallen zu werden. Wenn man auf der Straße Angst haben muss, seine Meinung zu äußern. Ich bin stolz und froh ein Deutscher zu sein, aber unsere Politiker haben in alle Fälle kläglich versagt. Ich glaube das wir bald Bürgerkriegs ähnliche zustände in Deutschland bekommen. Die einen denken oh Gott die armen Flüchtlinge, der andere ich habe von ausnutzerrei unsere Sozialsystheme die Schnauzte voll.

    Mit freundlichem Gruß
    Thomas
    Wir sind das Volk und wenn genug ist ,ist genug.

  • #15

    Karin (Montag, 11 Januar 2016 00:26)

    @mac4ever:

    Ihr subtiler Rechtsextremismus ist ja schon mehr als auffällig! Stasi_Mitarbeiter gewesen?

    Ich stamme auch aus der DDR. Die mit nichten links war, sondern faschistisch und den Nazis sehr zugetan! Siehe Prävention, Militär, Versuche an psychisch Kranken usw. usw.!!

    Ihre Argumentation ist sehr rechtslastig!! passt im übrigen zu den Ossis, die ja fast allen Ausländern feindlich! gegenüber stehen.

    Wenn dem nicht so wäre, würden Sie anders argumentieren!! Es handelt sich hier um "kriminelle" Straftaten!! Was Ausländer damit zu tun haben, erklären Sie mir mal?! Schreiben Sie dann auch bewusst von Deutschen Straftätern, wenn eine/mehrer Frau(en) vom Deutschen Manne sexuell belästigt wird?! Und das ist KEINE Seltenheit, weil ich auch Opfer mehrer sexueller Übergriffe wurde! einmal war ein Pole dabei. Der wurde druch die DDR ausgewiesen. Die anderen drei waren DEUTSCHE Männer!! Denen ist nichts passiert!!! Und aus dem Bekanntenkreis kenne ich noch andere Beispiele!

    Hier wird m.M. nach etwas bewusst inszeniert! Nämlich das schüren von Fremdenhass, speziell gegen den Islam!! Das konnte ich selber in einem Seminar vom VS erleben!!! Der Mann war aus Rostock. Was für ein Zufall. Und zwar als ich mal Bundesmittel gegen Rechtsextremismus verwaltete und sogar von der Teamleiterin, von Mitarbeitern wegen meiner Ernsthaftigkeit der Arbeit im Landkreis OPR gemobbt wurde!! Die meissten Ossis hassen alles Fremde!!! Hat mit der Geschichte zu tun! Einfach mal Wahlen der NSDAP goggeln. Die wurde am meissten im Preussentum gewählt!! Ideologien und Traditionen werden in Familien weiter vermittelt!! Ich kenne genug Nazis hier bei mir!!! Die mich sogar kontaktierten! Da diese auf Frauen aus sind - Neue Strategie!!
    Die DDR Nazis haben sich mit den Westnazis nach der Wende zusammen getan! In der DDR gab es eine große Rechtsextreme Szene! Auch sind Merkel und Gauck KEINE Zufälle!! Die Politik hat keine Zufälle. Sondern immer Strategie und ist verlogen!! Köln ist die Hochburg der Nazis!! Und dazu gehören mittlerweile auch ehmalige Ausländer. Es gibt viele Rechtsetxreme Strömungen aus Köln, die sich überall verbreitet haben!! Pro Familia z.Bps., die Pädophile verteidigten!! Pro Deutschland wird als Rechtsextrem eingestuft!!

    https://de.wikipedia.org/wiki/B%C3%BCrgerbewegung_pro_Deutschland

    Hier wurde bewusst INSZENIERT!!!

    Und dann noch dieses hier:

    Opfer können auch gesellschaftliche Minderheiten sein, so wurden insbesondere die Juden in der Zeit des Nationalsozialismus systematisch sexuell denunziert.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Sexuelle_Denunziation

    Alle Menschen, die wegen Kriminellen Handlungen diese "Kriminellen" sexuell denunzieren, sind rassistisch!! Auch gilt noch der Rechtsstaat! Und da heißt es: Es gilt die Unschuldsvermutung solange der Richter kein Urteil gesprochen hat!!!

    Also halten Sie sich zurück mit ihren Äusserungen!!!

    Ja es gibt Probleme mit ausländischen Menschen. Die Asylpolitik läuft auch falsch. Mich wundert das aber nicht. Wenn der Westen wegen dem Öl erst alles zerbombt, muß er sich nicht über die Folgen und den Hass wundern!!!

    Ansonsten verweise ich noch auf dieses hier...

    https://de.wikipedia.org/wiki/Straight_Edge#NS-Straight-Edge

    Ihre bewussten Fehler im Text (ja ich unterstelle das Ihnen, da ich mich ausführlich mit dem Thema Rechtsextremismus seid 5 Jahren beschäftige!) wo Sie das "X" einfügen spricht für Straigth Edge!!

    Anders ist es in der Politik. In der politischen Auseinandersetzung ist die sexuelle Denunziation die gezielt eingesetzte Technik zur Ausschaltung des politischen Gegners.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Sexuelle_Denunziation

    Die ganzen Hetzkampagnen der Medien gegen den Islam sind mehr als auffällig!!!!

  • #16

    mac4ever (Montag, 11 Januar 2016 14:44)

    @ Karin
    Daß Sie sich nicht schämen...ich habe die Wende aktiv mit vorangetrieben und war Mitglied von Bündnis 90, später Die Grünen (1992 bis 2000) Dabei habe ich auch an Straßendemos teilgenommen, Bürgeraktionen durchgeführt, mich um die örtliche Bibliothek gekümmert, war Mitglied des Kulturausschusses und habe u.a. bei einer Telefonkette gegen die Bedrohung einer örtlichen Anlaufstelle für Asylbewerber mitgemacht (in Berlin).
    Ihr Versuch, mir Rechtsextremismus anzuhängen, zeugt zumindes von Unkenntnis.

    Bei der Stasi hatte ich eine Akte als Künstler (ohne "Westreiseberechtigung" als Belohnung für Wohlverhalten, da ich nicht zu den staatstragenden FDJ-Aktivisten gehörte und gehören wollte). Und selbstverständlich unterschrieb ich die Resolution der Unterhaltungskünstler der DDR und fuhr den Text an der Heckscheibe meines Kombis herum im Herbst 89. Aber ich war kein "Widerstandskämpfer", dies zur Klarstellung.

    Das politische Rechts-links-Schema halte ich inzwischen für überholt. Es sind immer die Themen, in der Regel von den etablierten politischen Gruppen und Parteien vernachlässigt oder unrealistisch bewertet (es ist, gelinde gesagt, undemokratisch, ohne vorherige politische Legitimation quasi Millionen potentieller Migranten nach D einzuladen), die zu politischen Veränderungsbewegungen im Wählerverhalten führen, nicht umgekehrt die Hinwendung in eine politische Richtung führt zu einer bestimmten Meinung bei diesen Themen. Die Gesellschaft rückt nur scheinbar nach rechts und links, dies ist aber nur eine optische Täuschung, entstanden durch Defizite in der Politik. In Wirklichkeit ist es so, dass in jeder Gesellschaft Tabus existieren. Werden solche Tabus jahrelang unter den Teppich gekehrt, entstehen Freiräume. Meistens sind es dann politisch Extreme von rechts oder links, die sich dieser Freiräume als erste annehmen, ehe die "Etablierten" nachziehen, weil sich die etablierten Parteien zunächst daran nicht die Finger verbrennen wollen.

    Genauso verhält es sich angesichts der Tatsache, daß Masseneinwanderung aus muslimischen Regionen der Welt in Europa massive Probleme verursacht - ob in F oder D. Das hat wenig mit Religion, aber sehr viel mit Extremismus und mit kulturellen Prägungen zu tun. Oder hat "Köln" etwa im Oktoberfest einen Vorläufer? Dort gab es 2014 bei 6 Millionen Besuchern über 14 Tage (!) gerade mal 20 Anzeigen wegen sexueller Übergriffe, in Köln bei einem Ereignis von wenigen Stunden (!) nach letzten Infos Hunderte.

    Tabu- und Verdrängungsthemen waren das Umwelt-Thema in den siebziger Jahren oder eben die Zuwanderungs- und Integrationsproblemtik heute. Und viele Bürger stimmen damit plötzlich automatisch mit links oder rechts "besetzten" Thesen überein, ohne dass sich ihre sonstigen Überzeugungen in irgend einer Weise verändert hätten. Und dann entsteht natürlich für die Schreihälse der Extrem-Lager immer der Eindruck, als würde die ganze Gesellschaft nach rechts oder links rücken.

    Warum sollte z.B. nicht jemand, dier wie ich z.B. in der Sozialpolitik mit der Linken/PDS übereinstimmt, auf bildungspolitischem Gebiet mit der CDU übereinstimmen? Das ist im Osten, wo sich weniger Bürger politisch "auf Linie" irgendeiner Partei befinden, häufig der Fall, daß müßten Sie doch auch bemerkt haben, wenn Sie aus dem Osten sind.

    Ich habe in meinem Freundes-, Bekannten- und Verwandtenkreis die unterschiedlichsten politischen Überzeugungen vertreten, von sehr weit links bis zum konservativen Teil der CDU. Es ist schon interessant zu beobachten, dass inzwischen nicht ein einziger mehr die Thesen, die ich hier im Blog vertreten habe, prinzipiell _nicht_ teilt. Ich habe nirgendwo Widerspruch zu meiner Heltung, muslimisch geprägte Masseneinwanderung in Deutschland abzulehnen, gefunden. Ihrer Argumentation zufolge müssten die also auch alle "rechtsextrem" geworden sein, was eine lächerlicher Annahme wäre.

    Sie sollten also einfach mal Ihre Einstellung zu bestimmten Sachthemen überdenken. Beispiel: Parallelgesellschaften. Es ist irrrelevant, welche Partei diesen Begriff erfunden hat. Die dahinterstehende Wirklichkeit, nämlich die Abkopplung migrantischer gesellschaftlicher Bereiche vom Rest der Gesellschaft, ist relevant.

    Das sehen übrigens auch die an der Basis arbeitenden Kommunalpolitiker so. Lesen Sie doch mal in der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung, was ein SPD-Politiker zu den Zuständen in seiner Stadt zu sagen hat. Oder Buschkowsky zu seiner Zeit als Bürgermeister in Berlin-Neukölln. Das sind die Leute, die Klartext reden. Die verbiesterten Kommentare von politischen Extremisten dagegen kann man sich schenken wie die Sonntagskolumnen bestimmter Online-Portale oder Parteitagsreden von Politikern.

    http://www.derwesten.de/staedte/essen/der-essener-norden-schafft-das-nicht-id11442282.html

  • #17

    mac4ever (Montag, 11 Januar 2016 15:47)

    @ Karin

    Habe ich jetzt erst bei Ihnen gelesen: So entstehen Verschwörungstheorien. Siehe Verzerrung der Wirklichkeit...

    Ich schreibe meine Texte auf dem iPad. Das bedeutet, dass man schnell mal mit einem Buchstaben danebengreift. Das "X" liegt neben dem "C" und das "J" neben dem "H" da passiert z.B. leicht, daß man "nixjt" statt "nicht" schreibt, auch wenn ich einen Teil des Textes per Sprachverarbeitung diktiere.

    Natürlich korrigiere ich meine Texte. Aber in einem kleinen Schreibfehster ohne "Edit" nach der Veröffentlichung ist das auf einen 10"-Tablett ziemlich unübersichtlich, da übersieht man schon mal was.

    Den Begriff, den Sie verwendet haben, kenne ich übrigens nicht (interessiert mich auch nicht) und - da ich Ihren Text jetzt nochmal gelesen habe - mein einziger Kontakt zur Stasi bestand darin, im Winter in den 60ern von der örtlichen Kreisstelle des Ministeriums für Staatssicherheit (schräg gegenüber meines Elternhauses in dem märkischen Kurort, in dem ich groß geworden bin) im Winter eine Kehrschaufel ausgeborgt zu haben (ich sehe noch die erstaunten Gesichter). Aber sicherlich haben die mich beobachtet, da ich nach der Biermann-Affäre in Berlin nicht mehr "falten" war, sondern immer im Sonderwahllokal die Wahlkabine (abseits in einer Ecke, aber man konnte um alle Tische herum gehen) benutzt habe. Damit war man ja schon fast automatisch "feindlich-negative Kraft", eine Stufe vor der Wahlverweigerung.

    Ich war also weder IM noch Stasi-Mitarbeiter. Aber einige Personen in meiner Umgebung waren das. Interessanterweise waren nicht die einen die "Bösen" und die anderen die "Guten", sondern das war genau so verteilt, wie sonst im Leben eben auch. Interessanterweise waren auch sowohl unter meinen Gegnern und Neidern, die ich selbstverständlich in meiner DDR-Künstlerzeit hatte, genauso wie bei meinen Förderern, beide Kategorien vertreten.

    Ich habe erst nach der Wende gelernt, welche persönliche Entwicklung bei jemandem dazu führen konnte, dass sich Leute mit der Stasi eingelassen haben oder eine Parteikarriere in der DDR angestrebt haben, was für mich selbst allerdings nie infrage kam. Ich habe in den 80ern eine Freundschaft gekündigt, als derjenige, dessen Haltung ich kannte, plötzlich SED-Mitglied wurde, um einen Leitungsposten in einem Verlag übernehmen zu können. Mir selber blieb dieser Konflikt erspart. Ich wurde auch nie genötigt, auf der Bühne oder in den Medien irgendwelche staatskonformen Äußerungen abzugeben.

    Wenn Sie mir also heute "subtilen Rechtsextremismus" unterstellen, so muß Ich Ihnen eine (weniger subtile) Verzerrung Ihres politischen Koordinatensystems attestieren. Es geht um gravierende Probleme und deren Lösung, die einen nie dagewesene Herausforderung für unser Land darstellen. Daran sollten wir uns orientieren, und nicht an einem überholten Rechts-Links-Schema.

    Nun hoffe ich noch, dass Sie diesen Beitrag nicht als Affront verstehen. Sie engagieren sich selbst aktiv gegen Rechtsextremismus, den ich ebenso ablehne wie Sie, und zwar wegen seiner arrogant-nationalistischen Überhöhung (auch wenn gegenwärtig nationale Interessen IMHO von den Regierenden zu wenig konsequent vertreten werden) und seines Gewaltpotentials, und aus diesem Grunde versichere ich Sie meiner ausdrücklichen Hochachtung.

  • #18

    Karin (Mittwoch, 13 Januar 2016 13:09)

    Was sind Sie nur verlogen!! Fakten sind Fakten!!
    Worte sind Schall und Rauch!!!

    Veräppeln sie doch jemand anderen hier!!!

    Und zwar das dumme Volk, dass sich spalten lässt.

  • #19

    mac4ever (Mittwoch, 13 Januar 2016 23:01)

    Borgen Sie sich ein Tablett aus, dann werden Sie selbst sehen, daß ich nicht "lüge". Ein bißchen mehr Höflichkeit wäre Ihnen auch mal zu raten.
    Ansonsten diskreditieren Sie sich nur selbst.

    Zum Thema:

    Für mich ergeben sich jetzt folgende Fragen.

    Wenn in der Lokalpresse berichtet wurde, warum griffen die überregionalen Medien das Thema erst so spät auf? Dass die Dimensionen am Anfang noch nicht in vollem Maße zu erkennen war, durfte kein Grund gewesen sein, dann bei anderen Ereignissen - mit weniger Beteiligten - wird umfassend berichtet.

    Warum wird nicht genauso darüber berichtet, wie über rechtsradikale Straftaten?

    Aus welchem Grund forderte die Polizei keine Verstärkung an?

    Hat die Herkunft der Tätergruppe etwas mit dieser Entscheidung zu tun?

    Die Spekulationen darüber sind bekannt. Aufklärung darüber hat vielleicht die Sitzung des Innenausschusses des nordrhein-westfälischen Landtag ist am 11. Januar gegeben. Leider sind dazu aber noch keine Protokolle oder Informationen veröffentlicht, auch keine Pressemeldungen. Es ist ja erst zwei Tage her, ich hoffe sehr, dass das entsprechende Protokoll der Sitzung in den "aktuellen Dokumenten" des nordrhein-westfälischen Landtages noch veröffentlicht wird, heute abend war es noch nicht drin.

    Was ist der Grund, dass die heute-Nachrichten inzwischen angenehm sachlich unter klarer Trennung von Information und Meinung über die Ereignisse von Köln berichten, während die ARD-Tagesthemen dies nicht tun?

    Zum Schluß noch der Link, wie es an der Basis in den Brennpunkten wirklich aussieht. Ein Interview mit einem Essener SPD-Kommunalpolitiker in der WAZ:

    http://www.derwesten.de/staedte/essen/der-essener-norden-schafft-das-nicht-id11442282.html

    Und hier die Bewertung eines ägyptischen Journalisten und Politikwissenschaftlers, selbst Moslem, zu Köln in der Politikzeitwchrift "Cicero":

    http://www.cicero.de/berliner-republik/zu-den-ereignissen-koeln-religion-ist-mitverantwortlich/60341

    Schließlich möchte ich noch darauf hinweisen, daß die den Bürgern vorgeworfenen "Resentiments" größtenteils aus einem Widerspruch stammen, den die Medien gemeinschaftlich, also die privaten und auch die öffentlich-rechtlichen, selbst produziert haben:

    Einerseits die Berichterstattung über Missstände und fehlgeschlagene Integration in ganz Europa.
    Das ist auch die Aufgabe der amedien, das kritisiere ich nicht.

    Andererseits wird durch die Medien ein Bild suggeriert, als kämen als Flüchtlinge nur hilfsbedürftige ausgebombte syrische Familien, und ansonsten vor allem Zahnärzte und Anwälte. Der überwiegende Teil der Flüchtlinge sind aber alleinreisende junge Männer (bis zu 80 %) ohne oder mit schlechter Ausbildung, und die meisten werden hier Sozialhilfe beziehen müssen bzw. mit deutschen Niedriglöhnern konkurrieren müssen.

    Das wissen vor allem die Betroffenen, die dann noch beschimpft werden, beispielsweise als "Pack". So ergibt sich der Eindruck, dass die "Willkommenskultur" verordnet wird.

    Ich fordere von den Medien vor allem Information und nicht, wie häufig zu sehen und zu lesen, einen Mischmasch von Meinung und Information, der schon bei der Wortwahl beginnt.









  • #20

    Cedrik M. (Mittwoch, 20 Januar 2016 10:53)

    Bei der ganzen Asyldebatte stört mich, dass vieles durcheinander geht. Es gibt Bürgerkriegsflüchtlinge, es gibt Einwanderungswillige, die sich wirtschaftlich verbessern wollen und es gibt die eigentlichen Asylberechtigten, Menschen die aus verschiedenen Gründen individuell verfolgt werden. Da sie beide aus der DDR kommen, kennen Sie sicherlicht die Fluchtgründe, die viele DDR-Bürger damals zur Flucht getrieben haben.
    Als 1989-90 die Fluchtbewegung immer größer wurde, hat es nicht lange gedauert, bis die DDR Geschichte war. Das Problem Flucht aus der DDR wurde durch die Wiedervereinigung gelöst. Jetzt flüchteten die Menschen nicht mehr vom Osten in den Westen, sie zogen nun innerhalb Deutschland um. Die Neuen Bundesländer verloren mehrere Millionen Einwohner. Problem gelöst (?). Nach der Aufnahme verschiedener osteuropäischer Länder in die EU flüchtet auch von dort niemand mehr in die EU. Die Menschen machen jetzt von ihrem Recht auf Freizügigkeit innerhalb der EU gebrauch. Bleibt noch das Problem der Einreisen aus dem Westbalkan. Dieser Personenkreis ist noch nicht berechtigt, Aufnahme in der EU zu erhalten. Sie werden als Wirtschaftsflüchtlinge in die Balkanstaaten zurück geschickt bzw. zur Rückkehr aufgefordert. Allerdings haben die Westbalkanstaaten um Aufnahme in die EU gebeten, es ist also nur eine Frage der Zeit, bis dieser Personenkreis ganz legal von der freien Wohnsitzwahl innerhalb der EU Gebrauch machen wird.
    Mit meinen Beispielen wollte ich bis hierher aufzeigen, wie es gelungen ist, Fluchten durch Beseitigung von Fluchtursachen zu verringern.
    Die jetzige Flüchtlingswelle hat ihre Ursache in der Eskalation der Zustände im Nahen Osten. Syrien ist ein zerstörtes Land, Libyen ein "failed State", viele schwarzafrikanische Länder ebenso. Da fliehen die Menschen unter Lebensgefahr durch die Sahara, dann über das Mittelmeer und dann stehen sie irgendwann vor der deutschen Grenze. Wenn jetzt Politiker fordern, die deutsche Grenze sollte geschlossen werden, dann würde mich wirklich mal interessieren, wie das praktisch gehen soll. Ein einfacher Zaun wird da nicht genügen. Bei den EU-Außengrenzen sieht es ähnlich aus. Dies sind Seegrenzen. Wie will man täglich 2000 bis 5000 Menschen aufbringen, wer soll diese Menschen aus dem Meer fischen und wer soll sie aufnehmen? Wie sollen die Türkei, Tunesien, Libyen und Marokko tausende Kilometer Ufer so bewachen, das kein Boot mehr unbewacht ins Wasser gelangt? Wie will der Westen die Bürgerkriege in Syrien und in vielen Teilen Afrikas stoppen, die zum Teil vom Westen selbst provoziert wurden. Diese Fragen müssten erst einmal wenigstens theoretisch beantwortet werden. Ob die Umsetzung gelingt, ist dann immer noch fraglich. Bis dahin werden die Menschen kommen. Ob uns das recht ist oder nicht.