Mit den Schlagzeilen kann man schon am Anfang verlieren

Eine aktive und alltagsnahe Sprache, gut ausgewählte Themen und neue Formate sind gute Möglichkeiten, Radio-Nachrichten weiterzuentwickeln. All das kann dazu führen, dass der Hörer die Nachrichten gerne hört und besser versteht. Doch alle Mühe nützt nichts, wenn er schon am Anfang abschaltet, weil die Schlagzeilen nicht sitzen.

Diese Familie hört ganz genau hin. Bestimmt, weil die Schlagzeilen neu sind. Foto von Flickr.com, Britt-Marie Sohlström
Diese Familie hört ganz genau hin. Bestimmt, weil die Schlagzeilen neu sind. Foto von Flickr.com, Britt-Marie Sohlström

Jede Nachrichtensendung beginnt mit den Schlagzeilen, und für manche Hörer ist sie hier auch schon zu Ende. Wer die Schlagzeilen schon kennt (weil er sie genau so oder in einer leicht abgewandelten Form) schon in der letzte Sendung gehört hat wird sich meistens denken - es ist also nichts passiert - und dann hört er nicht mehr hin.

Denn ehrlich: Wenn "Mehr als 200 Tote bei Grubenunglück in der Türkei" zu "Mehr als 230 Tote bei Grubenunglück in der Türkei" wird muss man schon sehr genau hinhören, um die Entwicklung zu bemerken und sich wieder für das Thema zu interessieren.

 

Es gibt im Moment einiges zu darüber zu lesen, wie Radionachrichten weiterentwickelt werden können. Es geht um neue Formate, eine andere Sprache. Das alles, damit der Hörer auch zuhört und wir ihn erreichen. Das ist alles wichtig. Wenn aber schon zu Beginn der Nachrichten abgeschaltet wird, nützt das alles nichts.

Es gibt Redaktionen und Redakteure, die nehmen grundsätzlich nur die Ton-Themen in die Schlagzeilen. Das kann man natürlich begründen, denn immerhin sind das meistens auch die wichtigsten Themen. Wenn sich aber das Thema der Aufsager/O-Töne usw. nicht ändert - weil auch dem bestimmte Format-Grenzen gesetzt sind - dann kann sich auch die Schlagzeile nicht ändern.

 

Um den Hörer nicht schon am Anfang der Sendung zu verlieren, versuche ich so oft wie möglich das Thema der Schlagzeilen zu ändern - der Aufmacher ist natürlich gesetzt. Aber was darüber hinaus geht lässt sich oft genug gut verändern - die neueste Meldung, Regionales, Wirtschaft usw. Vorausgesetzt natürlich, dass es nicht (je nach Vorgabe, wie viele Schlagzeilen es gibt) 2 oder 3 absolute Top-Themen gibt.

 

Das ist keine Revolution, könnte aber dafür sorgen, dass Nachrichten vom Hörer besser als neu wahrgenommen und dann auch gehört werden.

 

(Foto von Britt-Marie Sohlström)

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